|
Herbizid und Safener – eine sichere Verbindung
Woher weiß ein Pflanzenschutzmittel, dass es Nutzpflanzen schonen und Unkräuter kontrollieren soll? Eine Antwort auf diese Frage hat Dr. Chris Rosinger und sein Team von Bayer CropScience (BCS) gefunden. Und die heißt Safener (engl. safe = sicher). Diese Substanzen werden Pflanzenschutzmitteln zugesetzt, um Nutzpflanzen vor schädigender Wirkung der Herbizide zu schützen.
 |
| Screening: An Maispflanzen testen Forscher die Wirkung der Safener im Gewächshaus. |
„Bei neuen Pflanzenschutzmitteln suchen Botaniker, Biochemiker und Chemiker gemeinsam nach Safenern. Diese helfen Nutzpflanzen nicht nur dabei, Herbizide besser zu tolerieren – Safener unterstützen die Pflanzen auch bei einem schnellen Herbizid-Abbau“, sagt der Leiter der BCS-Forschungsgruppe Safener Technologie. Eine Suche, die nicht einfach ist. Es kann dauern, bis man eine Ideal-Kombination aus Safener und Herbizid gefunden hat.
In der Safener-Forschung von Bayer CropScience beschäftigen sich Wissenschaftler bereits seit Mitte der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erfolgreich mit Safenern für Blattherbizide, die nach dem Keimen der Pflanzen appliziert werden und über die Blätter Unkräuter angreifen.
Durch die Übernahme von Aventis CropScience ist Bayer bei den Safener-Produkten jetzt an die Weltspitze gerückt. Und dort will das Unternehmen auch bleiben. Rosinger: „Derzeit testen wir neue Substanzgruppen, die mittelfristig neue Produkte liefern sollen.“ Das Besondere daran: Sie können sowohl bei der Saatgutbehandlung als auch im Boden und auf dem Blatt eingesetzt werden. Dass diese Tests erfolgreich sind, daran hegt der Gruppenleiter kaum Zweifel. „Wir sind eine gute Mannschaft mit Experten unterschiedlicher Disziplinen und aus verschiedenen Teilen der Welt. Und wir haben ein Ziel: Erfolg.“
Rosinger ist Forscher mit Leib und Seele. „Natur hat mich schon als Kind begeistert. Die Welt der Pflanzen war die Welt, in der ich mich am liebsten aufhielt. Sie war spannend und brachte mir immer wieder neue Einsichten.“ Wenn er heute seine Gewächshäuser betritt, dann taucht er wieder in diese Welt ein. Mit der gleichen Neugier und der gleichen Spannung. „Man weiß nie, was einen dort erwartet. Erfolg oder Niederlage – das kann sehr nahe beieinander liegen.“
|