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Krankheiten erkennen – Heilungschancen steigern
Als Wilhelm Conrad Röntgen vor mehr als 100 Jahren mit Hilfe von X-Strahlen eine Hand durchleuchtete und so die Knochen sichtbar machte, glaubten viele an ein Wunder. Oder an Zauberei. Dabei war es weder das eine noch das Andere, sondern nur ein elektromagnetisches Phänomen. Beim Durchleuchten werden die Strahlen vom Gewebe unterschiedlich stark abgefangen. Was an Strahlung durchkommt, wird auf einem Film aufgefangen. Röntgen garantiert auch heute noch aussagekräftige Diagnosen. Mittlerweile wird die klassische Untersuchungsmethode durch weitere Techniken ergänzt, zum Beispiel durch Ultraschall (Sonographie), Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) und Positronen-Emissionstomographie (PET). In vielen Fällen werden bei diesen Verfahren Kontrastmittel eingesetzt, die eine bessere Darstellung der Strukturen und Funktionen des Körpers erlauben. Bayer Schering Pharma gilt als Pionier in der Entwicklung dieser Substanzen. Bereits 1931 brachte das Unternehmen das erste jodhaltige Kontrastmittel auf den Markt. Es blieb für Jahrzehnte das Mittel der Wahl zur Darstellung von Niere, Blase und Gefäßen. 1988 wird Bayer Schering Pharma erneut zum Vorreiter auf dem Gebiet der diagnostischen Bildgebung: Das Unternehmen bringt das erste MRT-Kontrastmittel auf den Markt. Die MRT funktioniert nach einem völlig anderen Prinzip als Röntgen, CT oder Ultraschall. Die Aufnahmen aus dem Körperinnern entstehen dabei aus einem kniffligen Zusammenspiel eines starken Magnetfelds mit Radiowellen. Am Anfang hatten die Entwickler noch geglaubt, dass die Magnetresonanztomographie auch ohne spezielle Kontrastmittel auskommt, doch das Präparat von Bayer Schering Pharma belehrte sie eines Besseren: Es lieferte einfach bessere Kontraste und erweiterte die Einsatzmöglichkeiten der Technik. Heute ist die MRT die Methode der Wahl zum Beispiel für die Diagnostik des zentralen Nervensystems, des Bewegungsapparats, des Spinalkanals und der inneren Organe. Ergänzt wird sie durch eine weitere Methode, die Magnetresonanzangiographie (MRA). Sie erlaubt tiefe Einblicke in die Blutgefäße. Auch bei diesen Untersuchungen setzen Ärzte Kontrastmittel ein. So ermöglicht zum Beispiel ein auf dem Element Gadolinium basierendes so genanntes Bloodpool-Kontrastmittel brilliante Gefäßbilder. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen MRT-Kontrastmitteln: Mit nur einer einzigen Injektion kann der Radiologe innerhalb eines erweiterten Zeitfensters von zirka einer Stunde alle Gefäße von der Bauchaorta bis zu den kleinsten Gefäßen im großen Zeh erfassen. Diese Methode wird zur Diagnose von Gefäßkrankheiten des Bauchraums und der Extremitäten eingesetzt. Neue Ansätze in der diagnostischen Bildgebung konzentrieren sich derzeit auf die Weiterentwicklung existierender Kontrastmittel für neue Anwendungen und auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe zum Beispiel für die molekulare Bildgebung. Solche Wirkstoffe können gezielt bestimmte, für eine Krankheit typische Moleküle erkennen. Von ihnen erhofft man sich eine möglichst frühzeitige und präzise Diagnose auf zellulärer und molekularer Ebene, noch bevor der Patient unter Symptomen leidet. Denn je früher eine Diagnose gestellt wird, desto besser sind meist die Chancen auf Heilung oder Linderung. Besonders in der Tumordiagnostik und bei der Früherkennung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems könnten Patienten von der molekularen Bildgebung profitieren.
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