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Neuer Krebswirkstoff lässt hoffen
Trotz der Erfolge im Kampf gegen Krebs können viele Tumore immer noch nicht behandelt werden. Zum Beispiel fortgeschrittener Nierenkrebs. Ein neuer Wirkstoff von Bayer Schering Pharma (BSP) lässt jetzt Patienten und Ärzte hoffen: Sorafenib zeigte in der Phase III-Studie so ermutigende Resultate, dass die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren bewilligte und das Medikament zur Therapie des fortgeschrittenen Nierenkrebses im Dezember 2005 zuließ. Man hofft, mit Sorafenib die Überlebenszeit von Patienten ohne ein Fortschreiten der Krankheit verdoppeln zu können.
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| Der Wissenschaftler Dean Wilkie am Lasermikroskop im Forschungs- laboratorium. |
Über dieses Ergebnis freut sich auch Dr. Bernd Riedl. Der 43-jährige Forscher hat entscheidend zur Entwicklung der neuen Substanz beigetragen. Zwölf Monate nachdem erste in-vivo-aktive Verbindungen gefunden worden waren, synthetisierte er mit seinem Team in seinem Labor den Entwicklungskandidaten.
„Irgendwie ist jede neue Substanz, die man entwickelt, wie ein Kind, das man eine Weile begleitet und dann in gute Hände abgibt. Aber aus der Distanz verfolgt man ganz gespannt seine weitere Entwicklung“, sagt Riedl, der mittlerweile im BSP-Forschungszentrum Wuppertal-Aprath verantwortlich für die Chemie in der Indikation Virologie ist.
Dass sein Kind gut gerät, darauf ist er stolz, denn als Pharma-Forscher weiß er, wie dringlich derzeit Medikamente zur Therapie von Krebs gesucht werden.
Sorafenib greift den Tumor auf zwei verschiedenen Wegen an: Der Wirkstoff hemmt die Bildung von Blutgefäßen, die den Tumor versorgen. Riedl: „Und er verhindert, dass die Krebszellen weiter unkontrolliert wuchern, in dem er die Raf-Kinase hemmt. Dieses Enzym spielt bei der Steuerung der Wachstums- und Teilungsprozesse in Zellen eine entscheidende Rolle.“
Den neuen Wirkstoff entwickelte Bayer Schering Pharma gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen Onyx Pharmaceuticals. Unter dem Namen Nexavar® ist der Wirkstoff gegenwärtig in annährend 50 Staaten zur Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms zugelassen. Dazu gehören die USA sowie die Länder der EU. In Ergänzung zu den von den Unternehmen finanzierten Studien werden viele Studien auch von behördlichen Institutionen, von onkologischen Arbeitsgruppen oder einzelnen Wissenschaftlern durchgeführt. Sie untersuchen Nexavar® als Mono- und Kombinationstherapie bei vielen Krebsarten. Dazu zählt unter anderem die Therapie des fortgeschrittenen Leberkrebses, des metastasierenden Melanoms, des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms und des Brustkrebses.
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