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Imprägnierte Malarianetze: So kriegt die Mücke keinen Stich
Dass sie im Beruf ihren Fokus einmal auf kleine Lebewesen richten wird, wusste Karin Horn bereits, als sie das Studium der Tiermedizin aufnahm. Aber dass diese Lebewesen einmal so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann, daran hatte sie damals nicht gedacht. Nach Hunden, Katzen und Meerschweinchen im Studium rückten auf ihrem Berufsweg erst Flöhe und Läuse und zunehmend auch Zecken in ihr Blickfeld – zunächst am Institut für Veterinärparasitologie an der Freien Universität in Berlin und später in einem Entwicklungshilfeprojekt mit Schwerpunkt „Zeckenkontrolle bei landwirtschaftlichen Nutztieren“.
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| Demonstration vor Ort: Eine Mitarbeiterin des National Malaria Control Programs erklärt Frauen, wie sie Moskitonetze imprägnieren können. |
Doch diese Arbeit sei keine echte Herausforderung gewesen, meint die Veterinärmedizinerin rückblickend. Die sei erst mit einzelligen Krankheitserregern gekommen, die Tropenkrankheiten verursachen. Allen voran „Plasmodium falciparum“ – Auslöser der Malaria tropica.
Seit mehr als zehn Jahren zieht sich dieses Thema nun als roter Faden durch ihr Berufsleben bei Bayer. Derzeit steht ihr Schreibtisch im Landwirtschaftszentrum in Monheim, wo Bayer CropScience seinen Sitz hat. Dr. Karin Horn engagiert sich im Bereich Environmental Science maßgeblich für die Malariaprävention. Genauer gesagt für innovative Möglichkeiten zur Bekämpfung der Anopheles-Stechmücke, die den Erreger auf Menschen überträgt.
Seit 1996 setzt Bayer dabei auf sehr spezifisch wirksame Insektizide, die dem natürlichen Chrysanthemengift Pyrethrum nachgebaut sind. „Durch zahlreiche Veränderungen der chemischen Struktur sind sie mit ihrem natürlichen Vorbild aber nur noch entfernt verwandt“, sagt Horn. Die Produkte besitzen eine schnell einsetzende Kontakt- und Fraßwirkung gegen fast alle Insekten – also auch gegen die Anopheles-Mücke.
Im direkten Zusammenhang mit diesen Insektiziden steht der Begriff „Personal Protection“: Der Schutz der Menschen in den betroffenen Gebieten durch Moskitonetze, die mit geringen Dosen des Wirkstoffs imprägniert sind. Horn: „Sobald die nachtaktiven Mückenweibchen auf den Netzen landen, haben sie Kontakt mit dem Wirkstoff und sterben kurze Zeit später daran.“
Das Imprägnieren einzelner Moskitonetze ist relativ einfach: Das Produkt wird vor Ort in Wasser gelöst, das Netz darin gründlich getränkt und anschließend getrocknet. Bis vor kurzer Zeit musste dieses Verfahren nach der Waschung des Netzes wiederholt werden. Bayer Environmental Science hat nun ein neues Mittel entwickelt, das etwa 20 Waschungen übersteht und damit einen lang anhaltenden Schutz vor der Malariamücke bietet.
Heute ist man dank technischer Innovationen aus den Entwicklungslaboratorien von Environmental Science noch einen großen Schritt weiter. „Wir haben ein Verfahren mitentwickelt, um die Netze erstmals direkt bei der industriellen Fertigung imprägnieren zu können. Diese Netze sind schon beim Kauf fertig behandelt und bis zum Ende ihrer Nutzung geschützt“, sagt die Produktentwicklerin.
Und wie schützt sich die Fachfrau in Sachen Malaria-Prävention gegen die tückische Krankheit, wenn sie zu Feldversuchen in gefährdete Gebiete reist? „Ganz einfach“, sagt sie ernst, „ich nutze ein imprägniertes Netz, denn damit fühle ich mich sicher geschützt.“
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