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Prof. Ursula-Friederike Habenicht richtet ihren Fokus derzeit auf Therapiemöglichkeiten von gynäkologischen Erkrankungen
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Prof. Ursula-Friederike Habenicht richtet ihren Fokus derzeit auf Therapiemöglichkeiten von gynäkologischen Erkrankungen
Moderne Pillen für moderne Ansprüche
Für Frauen ist hormonale Empfängnisverhütung heute keine große Sache mehr. Ein halbes Jahrhundert nach Einführung der klassischen „Pille“ können sie auf unterschiedliche Möglichkeiten zugreifen: Intra-Uterin-Systeme, Hormonpflaster, Depotspritzen, Implantate. Dass im Bereich Verhütung auch nach mehr als 50 Jahren immer neue Möglichkeiten offeriert werden können, dazu hat eine Forscherin eine Menge beigetragen: Professor Ursula-Friederike Habenicht.
 
1982 wechselte die Biologin von der Freien Universität Berlin ins Unternehmen Bayer Schering Pharma. Und seither bestimmen Hormone im Allgemeinen und hormonelle Kontrazeptiva im Speziellen ihre Aufgaben.
Wunder der Natur: die Befruchtung einer weiblichen Eizelle
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Von Anfang an standen für sie beim Thema Verhütung nicht nur die Entwicklung neuer und die Optimierung bewährter Wirkstoffe für Frauen auf dem Programm. Die 54-Jährige entwickelte auch die „Pille für den Mann“. „Eine wichtige Zielgruppe“, begründet sie ihr Engagement. Das Ergebnis ihrer langjährigen Arbeit ist keine Pille, sondern eine Kombination aus einem Gestagen-Implantat und Testosteron-Spritzen. Für Habenicht und ihr Team ist dieser hormonelle Ansatz aber nicht mehr als ein Türöffner in das Feld innovativer Fertilitätskontrolle. „Viel interessanter und für die Zukunft wichtiger ist Verhütung ohne Hormone, denn viele Frauen über 35 suchen nach Alternativen“, sagt Habenicht.
 
Lenkt diese Entwicklung von der klassischen Pille ab? Auf diese Frage antwortet die leidenschaftliche Forscherin ohne lange nachzudenken: „Ganz im Gegenteil. Es gibt bereits eine Reihe ausgezeichneter Produkte, die wir optimieren. Die Wünsche der Frauen geben uns dabei die Richtung vor.“ Auf der Wunschliste ganz vorn: orale Kontrazeptiva, die neben einer verlässlichen Verhütung eine Vielzahl zusätzlicher Vorteile bieten. Zum Beispiel die Behandlung von emotionalen und körperlichen Symptomen der prämenstruellen Dysphorie (PMDD) oder mittelschwerer Akne.
 
Derzeit konzentrieren sich Forschung und Entwicklung in ihrem Bereich hauptsächlich auf gynäkologische Erkrankungen wie Endometriose und Myome, die die Lebensqualität der Frauen ernsthaft beeinträchtigen können und für die es noch keine befriedigende medikamentöse Therapie gibt.
 
Myome sind gutartige Tumoren des Muskelgewebes der Gebärmutter (Myometrium). Rund 20 bis 35 Prozent der Frauen im Alter zwischen 25 und 44 sind betroffen. Myome sind die häufigste gutartige Erkrankung des weiblichen Fortpflanzungssystems. Die Tumoren sind zwar nicht lebensbedrohlich, aber sie können heftige Beschwerden verursachen. Habenicht: „Die betroffenen Frauen leiden nicht nur unter starken Regelblutungen, die relativ lange anhalten, sondern auch unter chronischen Schmerzen im Unterbauch sowie Problemen mit der Fertilität.“
 
Die Therapie besteht in den meisten Fällen in der Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) oder in dem nicht spezifischen Einsatz von Hormonen. Forschungsziel von Bayer Schering Pharma: Medikamente, die eine Operation überflüssig machen.
 
Auch die Endometriose ist eine sehr häufig auftretende und oft schmerzhafte Erkrankung. Experten schätzen, dass jede fünfte Frau in ihrer hormonell aktiven Phase davon betroffen ist. Bei einer Endometriose finden sich Herde von Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle – zum Beispiel im Eileiter, im Eierstock oder in verschiedenen anderen Organen des Körpers. Das verlagerte Gebärmuttergewebe reagiert auf zyklische Veränderungen genauso wie normales Gewebe. Während rund ein Drittel der betroffenen Frauen glücklicherweise nichts davon merkt, leiden die anderen vor allem unter schmerzhaften Regelblutungen, begleitet von schweren Krämpfen. Und damit nicht genug: Endometriose ist auch ein häufiger Grund für ungewollte Kinderlosigkeit. Laut Expertenmeinung ist jede zweite bis dritte Frau mit vollständiger oder teilweiser Unfruchtbarkeit davon betroffen.
 
Bislang konnten die Beschwerden einer Endometriose entweder durch operatives Entfernen des versprengten Gewebes oder durch eine medikamentöse Blockade des Hormonzyklus‘ gelindert werden. Habenicht: „Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten, wie wir Frauen in Zukunft gezielter helfen können. Es wichtiger Aspekt ist dabei das Wissen über die Entstehung einer Endometriose. Daran sind nämlich nicht nur Hormone beteiligt, sondern auch blutbildende Faktoren sowie Entzündungsfaktoren im Körper. Und dort versuchen wir jetzt, ganz gezielt und spezifisch einzugreifen.“
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Letzte Änderung: 19. November 2007